Mit Kontaktlinsen zur Polizei? - Für diese Berufe eignen sich Kontaktlinsen

Mit Kontaktlinsen zur Polizei? – Für diese Berufe eignen sich Kontaktlinsen

Arbeit macht nicht nur einen grossen Teil des Lebens vieler Menschen aus, sie ist beinahe auch so vielfältig, wie es Menschen und ihre Lebensmodelle nur sein können. DIE Arbeit gibt es nicht, dafür unzählige Tätigkeitsfelder und Berufe. Und ohne länger darüber nachgedacht zu haben, behaupte ich mal, dass man in 99 Prozent dieser Berufe sehr gut sehen können sollte, um gesund und produktiv durch den Tag zu kommen. Das wiederum wirft die Frage auf, ob Kontaktlinsen eigentlich für jede Art von Berufstätigkeit geeignet sind. Für welche Tätigkeiten eignen sie sich besonders gut? Wo sind besondere Dinge zu beachten? Und gibt es Berufe, die vielleicht sogar ausschliesslich mit Kontaktlinsen ausgeübt werden können, weil eine Brille die Tätigkeit behindern würde? Ich habe mir einige Berufe rausgepickt und mir ihre Kontaktlinsentauglichkeit angesehen.

Kontaktlinsen auf Hof und Feld

Wer in der Landwirtschaft arbeitet, ist den ganzen Tag in Bewegung, arbeitet meist körperlich und ist zudem viel an der frischen Luft. Kontaktlinsen sind hier äusserst praktisch. Bei anstrengenden, mitunter schweisstreibenden Arbeiten, sitzen sie sicher auf den Augen. Sie beschlagen nicht beim Wechsel zwischen Haus, Stall und Feld. Und mit verschmutzten Gläsern müssen sich Landwirte, die Kontaktlinsen tragen, auch nicht beschäftigen.

Einzig das frühe Aufstehen könnte ein Hinderungsgrund sein. Denn müde Augen und Kontaktlinsen vertragen sich meist nicht gut. Auch müssen Linsenträger*innen sicherstellen, dass sie ihren Augen über Nacht eine ausreichend lange Pause gönnen und ihren Linsen eine Mindest-Desinfektionszeit. Diese kann, je nach Reinigungslösung, bis zu sechs Stunden betragen.

Kontaktlinsen für Pilot*innen und Flugbegleiter*innen

Pilot*innen müssen, ähnlich wie Berufskraftfahrer*innen, in ganz unterschiedliche Entfernungen scharf sehen können: ob beim Blick auf analoge Karten und Checklisten im Nahbereich, die Steuerungsinstrumente in mittlerer Entfernung oder die Umgebung rund um das Flugzeug herum im Fernbereich. Kontaktlinsen sind hier grundsätzlich gut geeignet, weil sie das Sichtfeld nicht einschränken und auch beim Tragen des Headsets nicht stören. Müssen unterschiedliche Sehbereiche in einer Linse auskorrigiert werden, ist das mit Multifokallinsen möglich. Auch Flugbegleiter*innen können Kontaktlinsen ohne Weiteres nutzen. Da viele Airlines einen eher konservativen Kleidungsstil ihrer Begleiter*innen vorgeben, sind ausgefallene Accessoires, wie etwa farbige Kontaktlinsen, allerdings tabu.

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Allerdings kann die trockene Luft im Cockpit und in der Kabine hinderlich fürs Kontaktlinsentragen im Flugzeug sein. In entsprechenden Foren weisen erfahrene Pilot*innen daher darauf hin, dass sie gerade bei Langstreckenflügen lieber zur Brille greifen. In jedem Fall müssen sie eine Ersatzbrille mitnehmen (Vorschrift!) und bei Bedarf sofort zur Hand haben. Und: einige grosse Airlines stellen nur Pilot*innen ein, die nicht mehr als drei Dioptrien Korrektion benötigen.

Mit Kontaktlinsen zur Polizei?

Auch für Polizist*innen gelten besondere Anforderungen an das Sehvermögen. Für bestimmte Tätigkeitsbereiche müssen die Augen topfit sein. Andere erfordern eine optimale Korrektion der Sehschwäche, sodass die Sehleistung auf jedem Auge bei annähernd 100 Prozent liegt.

Gerade für Polizist*innen, die in "voller Montur" agieren, etwa bei Demonstrationen, oder die viel in Bewegung sind, eignen sich Kontaktlinsen sehr gut. Kommt es zu körperlichen Auseinandersetzungen oder erfordert eine Gefahrenlage vollen Körpereinsatz, sind Kontaktlinsen die wohl zuverlässigste Form der Korrektion. Aber auch im weniger spektakulären Polizeialltag, zwischen Streifenfahrten und Kontrollen, geben Kontaktlinsen Sicherheit und Bewegungsfreiheit.

Mit Kontaktlinsen auf die Bühne und vor die Kamera

Wer beruflich in unterschiedliche Rollen schlüpft, kommt um Kontaktlinsen kaum herum - ob auf der Theaterbühne oder im Filmstudio. Beim Ballett oder in der Artistik stört ein Brillenrahmen nicht nur, sondern erhöht auch das Verletzungsrisiko. Insbesondere weiche Kontaktlinsen sind in der Handhabung maximal flexibel und sitzen auch bei actionreichen Szenen und rasanten Kostümwechseln sicher auf den Augen. Für viele Filme und Theaterstücke werden sogar extra farbige Kontaktlinsen für die Darsteller*innen angefertigt. Anders als Farblinsen aus dem Netz oder aus dem Supermarkt werden diese allerdings in einem aufwendigen Verfahren genau an die Augen der Schauspieler*innen angepasst.

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Kontaktlinsen für Berufssportler*innen

Immer in Bewegung sind auch Sportlehrer*innen, Profisportler*innen und Trainer*innen. Bei Ball- und Kontaktsportarten, wie etwa beim Boxen, kommen Menschen mit einer Sehschwäche nicht an Kontaktlinsen vorbei. Weiche Kontaktlinsen sind ideal für diese Sportarten, weil sie fest auf den Augen sitzen und trotzdem viel Sauerstoff an die Augen lassen - vorausgesetzt, Material und Passform sind optimal auf die Augen abgestimmt. Wer im Alltag formstabile ("harte") Kontaktlinsen trägt, kann für den Sport ebenfalls auf Weichlinsen umsteigen, wenn der Anpasser oder die Anpasserin grünes Licht gibt.

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Kontaktlinsen in Handwerk und Forschung

Ganz empfindlich reagieren Kontaktlinsen dagegen auf feine Partikel in der Luft, wie Holzstaub, Mehl oder reizende Dämpfe. Wer von Berufs wegen sägt, hobelt, backt oder mit Chemikalien hantiert, muss in jedem Fall eine Schutzbrille über den Linsen tragen. In vielen Berufen - etwa in Chemielaboren oder im Handwerk - gehört diese ohnehin zur Berufskleidung. Kontaktlinsen haben hier den Vorteil, dass jede Art von Schutzmaske oder Brille problemlos über die Sehhelfer passt - anders als bei der "Brille über der Brille".

Kontaktlinsen am Bildschirm

Körperliche Bewegung, Szenenwechsel, frische Luft, Schutzkleidung tragen - das alles machen gut angepasste Kontaktlinsen meist problemlos mit. Was sie weniger mögen, sind ausgedehnte Bildschirmarbeitszeiten. Der Grund dafür ist banal: Beim konzentrierten Blick auf den Bildschirm vergessen wir regelmässig zu blinzeln, sodass Augen und Linsen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Die Folge kann ein unangenehmes Trockenheitsgefühl in den Augen sein, welches die Arbeit am Bildschirm noch anstrengender macht.

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Kurzfristige Abhilfe schaffen Nachbenetzungstropfen. Auch frische Luft und regelmässige Pausen wirken Wunder. Und da momentan ohnehin die meisten Büroarbeiter*innen im Home Office sind, fallen modische Aspekte bei der Auswahl der Sehhilfe weg und der Griff zur sonst eventuell ungeliebten Ersatzbrille fällt leichter.

Kontaktlinsen beim Optiker

Übrigens: Der Berufszweig, in dem Kontaktlinsen eher selten “zum Tragen” kommen (im wahrsten Sinne des Wortes), ist die Augenoptik. Bei vielen Optikern und Optikerinnen gehört die Brille quasi zur Berufskleidung. Nicht jedoch bei Kontaktlinsenanpassern, die sich auf Linsen spezialisiert haben. Sie tragen ihre Sehhelfer sichtbar-unsichtbar. Ob mit Brille oder nicht - wenn ihr euch für Kontaktlinsen interessiert, sind Optiker*innen eure zuverlässigen Ansprechpartner. Versprochen.