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Kontaktlinsen von A bis Z: Was Anfänger über Kontaktlinsen wissen müssen

Wer? Wie? Was?
Der! Die! Das!
Wieso? Weshalb? Warum?

Kennt ihr, oder? Nicht nur aus Kindheitstagen, sondern mit Sicherheit auch, wenn ihr an- gefangen habt, euch mit Kontaktlinsen zu beschäftigen. Viele Fragen schwirren euch durch den Kopf und zu jeder Frage gibt es eine Fülle an verschiedenen Antworten - vor allem online. Manche sind richtig, andere grob fahrlässig. Leider ist es gerade für Linsen- Neulinge schwer, den Unterschied zu erkennen. Darum gibt es heute das “ABC für Kon- taktlinsenträger“ und die, die es eventuell werden wollen. Viel Spass!

A wie Anpassung - Das Wichtigste kommt gleich zu Beginn: Eine professionelle Kontaktlinsen-Anpassung ist ein Muss, wenn ihr Kontaktlinsen tragen möchtet. Bei der Anpassung erstellt der Optiker oder die Optikerin ein Augenprofil, etwa mit Daten zur Hornhaut und zum Tränenfilm. Anhand dessen wählt er oder sie passende Kontaktlinsen für euch aus. Diese könnt ihr dann zur Probe tragen. Auch Handhabung und Pflege der Kontaktlinsen werden euch im Prozess der Anpassung erklärt und gezeigt. Die Anpassung endet aber nicht mit dem Finden der ersten Linsen. Vielmehr ist sie ein fortlaufender Prozess. Denn der Körper und die Lebensumstände verändern sich, sodass im Laufe der Zeit auch die Anforderungen an eure Kontaktlinsen andere werden können. Regelmässige Nachkontrollen sind daher ebenfalls Teil der Anpassung.

Die Basiskurve einer Kontaktlinse, kurz BC, beschreibt die Krümmung ihrer Rückfläche. Sie muss zur Wölbung des Auges passen. Je kleiner der Wert der Basiskurve, desto stärker gekrümmt ist die Linse und desto fester sitzt sie auf dem Auge. Wie fest oder locker die Linse sitzen sollte, entscheidet der Anpasser auch anhand anderer Faktoren, wie der Beschaffenheit der Hornhautoberfläche. Ihr seht, es ist eine Wissenschaft an sich, die in fachliche Hände gehört.

C wie Cool bleiben - ganz wichtig beim Umgang mit Kontaktlinsen, gerade zu Beginn, wenn das Auf- und Absetzen noch nicht auf Anhieb klappen will. Panik hilft euch nicht weiter, daher versucht euch nicht unter Druck zu setzen. Aller Anfang ist schwer und mit etwas Übung dauert es nur noch wenige Sekunden, bis die Linse auf dem Auge sitzt.

Photo by Daniel Cheung on Unsplash
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D wie DIA-Wert: DIA steht für “Diameter“ und gibt den Durchmesser der Kontaktlinse an. Die optimale Grösse der Linse ist wichtig für den Tragekomfort. Eine Linse, die einen halben Millimeter zu klein oder zu gross ist, kann das Auge bereits reizen oder dazu führen, dass sie auf dem Auge verrutscht.

E wie „Einmal ist kein Mal“: Das denken leider viele, wenn es um Kontaktlinsen geht. Ob ausnahmsweise nicht angepasste Funlinsen zum Karneval tragen oder "wirklich nur ein- mal" Kontaktlinsen über Nacht auf den Augen lassen - ein Risiko für Hornhautentzündungen mit Spätfolgen besteht immer, wenn ihr mit Kontaktlinsen rumexperimentiert - auch wenn es nur einmal ist.

Formstabile Kontaktlinsen werden umgangssprachlich auch "harte Kontaktlinsen" genannt. Ihr Wasseranteil ist geringer als bei weichen Linsen. Daher sind sie "steifer" und gerade am Anfang spürt ihr sie deutlich auf den Augen. Für Langzeitträger sind sie aber meist die beste Variante, weil sie klein sind, viel Sauerstoff ans Auge lassen und sehr gut verträglich sind.

G wie Gleitsicht - gibt es nicht nur mit Brillen, sondern auch mit Kontaktlinsen. So genannte "Multifokallinsen" vereinen verschiedene Sehbereiche in nur einer Linse.

Hyaluron ist ein Wirkstoff, der in vielen Nachbenetzungstropfen zum Einsatz kommt. Er sorgt für einen stabilen Tränenfilm und beugt trockenen Augen vor. Auch in vielen Kontaktlinsenpflegemitteln ist Hyaluron enthalten.

Die Iris ist der farbige Teil eures Auges, der von Weichlinsen meist vollständig bedeckt wird. Formstabile (oder "harte") Linsen bedecken ihn dagegen nicht ganz. Wollt ihr eure Augenfarbe verstärken oder verändern, könnt ihr auf weiche Farblinsen zurückgreifen. Diese sollten aber genau wie farblose Kontaktlinsen nur nach gründlicher Anpassung getragen werden.

Photo by oldskool photography on Unsplash
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Jahreslinsen sind Kontaktlinsen, die ihr nach Anbruch ein Jahr verwenden könnt - natürlich mit den obligatorischen nächtlichen Tragepausen. Es gibt sie als Weich- und als Hartlinsen. Wie bei anderen Tauschsystemen auch, werden die Linsen nachts desinfiziert und können morgens wieder getragen werden. Nach spätestens einem Jahr ersetzt ihr das Linsenpaar durch ein neues.

K wie: Kinder. Auch die können schon Kontaktlinsen tragen, vorausgesetzt sie sind in der Lage, verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen, heisst, sich an die Tragezeiten und Reinigungsvorgaben zu halten. Wenn ihr jünger als 16 Jahre seid, müssen eure Eltern dem Kauf zustimmen.

Langzeitträger sind Menschen, die bereits viele Jahre oder gar Jahrzehnte Kontaktlinsen tragen. Nicht selten nutzen sie harte Kontaktlinsen, weil diese gut verträglich sind. Mittlerweile gibt es aber auch sehr gutes Weichmaterial, das grundsätzlich für Langzeitträger geeignet ist, etwa Silikonhydrogel.

M wie Monatslinsen: Das sind weiche Kontaktlinsen, die ihr einen Monat lang verwenden könnt. Nachts werden sie desinfiziert, morgens kommen sie wieder aufs Auge. Nach 30 Tagen entsorgt ihr das Paar und nehmt ein neues. Wichtig: Die Kontaktlinsen müssen auch dann nach einem Monat entsorgt werden, wenn ihr sie nicht jeden Tag getragen habt.

Nachbenetzungstropfen helfen, wenn eure Kontaktlinsen sich trocken anfühlen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ihr sie bei der Arbeit am Bildschirm tragt. Allerdings sind Tropfen keine dauerhafte Lösung. Habt ihr ständig mit trockenen Augen zu kämpfen, sprecht mit eurem Anpasser oder eurer Anpasserin. Eventuell macht ein Materialwechsel Sinn.

Ortho-K-Linsen sind harte Kontaktlinsen, die ausschliesslich über Nacht getragen werden. In dieser Zeit verformen sie die Hornhaut des Auges so, dass ihr am nächsten Tag ohne Sehhilfe scharf sehen könnt. Diese Linsen erfordern eine gründliche Anpassung.

P wie Pausen - sind für eure Augen wichtig, damit sie sich vom Kontaktlinsentragen erholen können. Denn Kontaktlinsen bleiben Fremdkörper, egal wie gut verträglich sie sind. Daher greift hin und wieder zur Brille und gönnt euren Augen eine Auszeit.

 Photo by Katya Austin on Unsplash
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Quält euch nicht unnötig bei dem Versuch, Kontaktlinsen aufs Auge zu bekommen. Es gibt einige Kniffe und Tricks, wie es einfacher geht. Etwa den, beim Aufsetzen nicht direkt auf den herannahenden Finger mit der Linse zu gucken, sondern stattdessen nach oben zu schauen. Die Linse schiebt sich bei Kontakt mit der Hornhaut automatisch an die richtige Stelle. Weitere Tipps kann euch euer Anpasser oder eure Anpasserin geben.

Reisen mit Kontaktlinsen erfordert ein wenig Vorbereitung. Es gibt Pflegemittel in reisetauglichen Mengen, etwa fürs Handgepäck im Flugzeug. Bei Reisen in Länder mit hohen Temperaturen achtet auf die richtige Lagerung eurer Linsen und Pflegeutensilien, heisst: schattig und kühl.

S wie Schminken mit Kontaktlinsen: ist grundsätzlich kein Problem. Wichtig ist, dass ihr die Reihenfolge beachtet und auf passende Produkte zurückgreift.

Tageslinsen sind weiche Kontaktlinsen, die ihr nach einem Tag entsorgt. Am nächsten Morgen nehmt ihr ein frisches Paar. Diese Linsen sind unter hygienischen Gesichtspunkten sehr gut, verursachen aber relativ viel Müll.

UV-Schutz bringen die meisten Kontaktlinsen mit. Eine Sonnenbrille braucht ihr aber trotzdem, denn Kontaktlinsen bedecken nur einen Teil eures Auges.

Wasser und Kontaktlinsen vertragen sich leider überhaupt nicht. Daher solltet ihr Kontakt zwischen den beiden vermeiden. Nach dem Duschen oder Schwimmen müssen die Linsen gründlich desinfiziert werden. Zum Aufbewahren eignet sich Wasser nie, da Kontaktlinsen sich darin verformen und unbrauchbar werden.

Xylophon spielen kann man mit passenden Kontaktlinsen auch wunderbar, habe ich gehört.

Y wie YEAH - dieses Gefühl, wenn ihr zum ersten Mal passende Kontaktlinsen tragt und ohne Brille wunderbar sehen könnt.

Photo by rawpixel on   Unsplash
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Zwickt die Linse, stimmt etwas nicht. Entweder ihr habt sie falsch herum aufgesetzt, es befindet sich ein Fremdkörper auf der Linse, sie hat einen Riss oder ihr habt eine Verletzung am Auge. Bis ihr mit eurem Anpasser oder eurer Anpasserin geklärt habt, wo das Zwicken herkommt, solltet ihr eure Kontaktlinsen nicht tragen.

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